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Wie Cold Brew den Markt erobert – Alles über den kalten Kaffee

Cold Brew Kaffee gilt als ein sehr beliebtes Getränk in vielen Cafés auf der ganzen Welt. Zu einem großen Teil ist dieser Erfolg modernen Kaffeetrinkern zu verdanken, die einen beträchtlichen Teil der Kaffeekonsumenten der Welt ausmachen.

Im Grunde genommen wurde Cold Brew schon vor Jahrzehnten erfunden. Besonders die jüngeren Generationen bestellen dieses Heißgetränk sehr häufig. Aber warum hat Cold Brew so großen Erfolg?

Was ist Cold Brew und woher stammt er? 

Zum ersten Mal wurde Cold Brew im 17. Jahrhundert in Japan gebraut. Er wurde von Seglern als Alternative zu heißem Kaffee entwickelt, denn herkömmliche Brühmethoden gelten als leicht entzündlich.

Das Servieren bei kalter Temperatur wurde um 1840 berühmt, als französische Truppen in Algerien stationiert waren. Die Soldaten tranken dort eine Art Kaffeekonzentrat in Kombination mit kaltem Wasser, um mit der Wüstenhitze fertig zu werden. Einige Jahrzehnte später genossen Bürgerkriegssoldaten in Amerika eine ähnliche Art von Getränk.

Aus alten Dokumenten geht ebenso hervor, dass verschiedene Arten Cold Brew von Kuba bis nach England getrunken wurde. Besonders in England wurde diese Brühmethode sehr berühmt, da weniger Kühlmöglichkeiten vorhanden waren. Mit der Zeit begannen Länder wie Vietnam, Indien und Lateinamerika, sich mit Cold Brew und Eiskaffee zu beschäftigen.

cold brew kaffee

Aber auch heutzutage ist Cold Brew ein beliebtes Getränk. Laut Experten ist der Konsum von Eiskaffee und kaltem Kaffee in den letzten fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen.

Laut den meisten Rezepten, wird das Kaffeepulver bis zu 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank extrahiert, bevor das Getränk mit Eis oder Milch serviert wird. Oftmals wird Cold Brew mit Eiskaffee verwechselt, allerdings wird dieser mit heißem Espresso als Basis serviert. 

Im Gegensatz zu gebrühten Kaffee, ist Cold Brew milder, süßer und weniger sauer. All diese Eigenschaften sind bei jungen und modernen Kaffeetrinkern bleibt. Die meisten suchen eine koffeinhaltige und leicht zu trinkende Alternative zu Soda und anderen künstlich gesüßten Getränken.

Eine abgewandelte Variante von Cold Brew ist Nitro Kaffee. Auch dieser wird kalt gebrüht, allerdings mit Stickstoff versetzt und in Fässern gelagert. Zum Servieren zieht man am Hahn, als wenn man ein Bier zapfen würde.

Durch den Stickstoff bilden sich kleine, feine Blasen auf dem Getränk und eine Schaumkrone, ähnlich einem Bier. Es schafft auch ein Getränk mit einer glatten und fast cremigen Textur, die das Gefühl eines Getränks auf Milchbasis nachahmt. Die Zugabe von Stickstoff lässt das Getränk außerdem süßlicher schmecken. 

Welcher Mahlgrad ist für Cold Brew optimal?

Wie heißer Kaffee, muss auch Cold Brew mit Sorgfalt und Liebe zum Detail zubereitet werden, um ein Qualitätsgetränk herzustellen. Unterschiedliche Brühtemperaturen können sich die Extraktionsraten auswirken.

Das Extrahieren bei Raumtemperatur verlangsamt den Extraktionsprozess. Bei kühlen Temperaturen läuft er sogar noch langsamer ab. Um dies auszugleichen, muss der Kaffee über einen längeren Zeitraum ziehen. Ebenso ist dabei der Mahlgrad des Kaffees wichtig. 

Für einen kalten Kaffee sollte der Mahlgrad recht grob sein, um die Oberfläche zu verkleinern. Das Kaffeepulver ist noch grober, als das was für eine French Press eingesetzt wird. Ein zu feiner Mahlgrad würde die Oberfläche vergrößern.

Dies würde zu einem sehr schlammigem und überextrahiertem Kaffee führen. Ein Cold Brew wird von den meisten eher als schokoladig und nussig bezeichnet, als fruchtig oder saurer.

Natürlich hängt dies auch von den eingesetzten Kaffeebohnen ab. Aus diesem Grund sind mittelamerikanische Kaffees möglicherweise beliebter für einen Cold Brew Kaffee. Helle und fruchtige Kaffees aus Afrika können dagegen nicht den typischen Geschmack erzeugen.

Während heißer Kaffee oftmals nur am Morgen und frühen Nachmittag getrunken wird, konsumiert man das kalte Gebräu auch gerne zu einer späteren Uhrzeit. Er weist natürlich auch erfrischende und durststillende Eigenschaften auf. 

Wie bereitet man Cold Brew selbst zu?

Leider kann selbst der beste Kaffeevollautomat keinen Cold Brew zubereiten. Im Grunde genommen benötigst du nur Kaffee, Wasser und einen Cold Brew Zubereiter. Hast du Letzteren nicht zur Hand, kannst du auch ein Einwegglas und einen Handfilter zum Filtrieren verwenden. 

Die Zubereitung selbst beinhaltet nur wenige, simple Schritte:

  • Als Mischungsverhältnis benötigst du 100 Gramm Kaffee und ein Liter Wasser. Wichtig ist, dass du grobes Kaffeemehl einsetzt. 
  • Das Kaffeepulver gibst du nun in deinen Cold Brew Zubereiter und füllst es mit dem Wasser auf. Anschließend kannst du die Mischung gut umrühren. 
  • Danach verschließt du deinen Zubereiter und lässt den Kaffee für mindestens 12 und bis zu 24 Stunden im Kühlschrank stehen. Nun kannst du das Sieb mit dem Kaffeepulver entnehmen. 
  • Jetzt kannst du dein kaltes Gebräu genießen oder mit Fruchtsäften und Eiswürfeln tunen. Mit der Zeit findest du garantiert deine Lieblingsmischung. 

Tipp: Um Cold Brew als Konzentrat herzustellen, verwendest du einfach 200 Gramm Kaffee auf einen Liter Wasser. Dieses Konzentrat lässt sich hervorragend in Fruchtsäften einsetzen. 

Welches sind die Vorteile und Nachteile von Cold Brew?

Vorteile

  • Enthält 70 Prozent weniger Säuren und Bitterstoffe – das macht den kaltgebrühten Kaffee bekömmlicher für den Magen
  • Kann mit Fruchtsäften gemischt werden
  • Bis zu 10 Tage im Kühlschrank lagerbar
  • Der Kaffee hat einen milden Geschmack
  • Gilt als ein toller Wachmacher, besonders im Sommer
  • Kann kalt und warm getrunken werden

Nachteile

  • Lange Brühzeit/Vorbereitungszeit
  • Für viele sehr gewöhnungsbedüftig

Warum ist kalter Kaffee vor allem bei der jungen Generation so beliebt?

Im Gegensatz zu älteren Kaffeetrinkern, kommt Cold Brew besonders bei Millennials gut an. Im Vergleich zu heißem Kaffee, lässt sich das kalte Gebräu den ganzen Tag über genießen. Dafür sprechen zahlreiche Gründe:

Für die jüngere Generation ist Kaffee mehr als nur ein Produkt, es ist ein Erlebnis. Und genau dafür greifen viele etwas mehr in die Tasche und betrachten es als erschwinglichen Luxus.

Viele wissen die moderne Kaffeekultur zu schätzen, wie früheren Generationen Wein und Bier genossen haben. Die spezielle Brühmethode soll das Trinkerlebnis verbessern, da es intensivere Aromen freisetzt. 

kalter kaffee zubereitung

Auch Millennials legen Wert auf Einfachheit. Eine Dose Cold Brew oder ein kalten Nitro Kaffee zum Mitnehmen ist eine bequeme Möglichkeit, Kaffeespezialitäten zu genießen. Da kalter Kaffee häufig in Dosen oder Gläsern erhältlich ist, kann man ihn auch zu Hause genießen.

Die junge Generation setzt ebenso aus Umweltgründen auf das kalte Gebräu. Diese Bevölkerungsgruppe ist gebildeter und kenntnisreicher als zuvor und legt Wert auf ethische Ausgaben. Sie interessieren sich auch für Marken, die Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Produkte anbieten.

Das Aufbrühen von Nitro-Kaffee verringert nicht nur den Transport- und Verpackungsaufwand für die Lagerung, sondern auch die damit verbundenen Emissionen und Abfälle.  Im Dosen- oder Glasformat ist es auch recycelbar.

Wie können Café Besitzer mit dem Cold Brew Trend mithalten?

Die Kaffeeindustrie hat damit begonnen, Cold Brew als Premiumgetränk zu vermarkten. Damit Coffeeshop Besitzer dem Trend folgen können, müssen sie mehrere Faktoren berücksichtigen. Verkäufer haben die Möglichkeit, auf größere Märkte als zuvor zuzugreifen und mit anderen Getränken zu konkurrieren. Viele Geschäfte bieten kalten Kaffee an, um die breite Masse zu versorgen. 

Die Verwendung von Zapfanlagen in Coffeeshops könnte ebenso die Nachfrage für Getränke aus dem Zapfhahn erhöhen. Stickstoff kann neben Kaffee, auch in Tees oder Limonaden eingeführt werden. Durch Cold Brew als Konzentrat, ergeben sich ebenso viele neue Möglichkeiten. Dieses können von Coffeeshops zu Cocktails oder Likören hinzugefügt werden. 

Coffeeshops und Röstereien sollten untersuchen, wie das Anbieten von Getränken wie Cold Brew, Interesse wecken und gleichzeitig ihrem Geschäft zugute kommen kann. Wer bereit ist in Verbesserungen zu investieren, wird garantiert ein profitables Ergebnis dadurch erzielen. 

Fazit 

Cold Brew Kaffee ist nicht für Jedermann geeignet. Die lange Zubereitungsdauer ist oftmals ein Gegenargument für das kalte Getränk. Wer allerdings plant und beispielsweise am Abend den Extraktionsvorgang startet, hält am Morgen bereits ein erfrischendes Getränk in der Hand.

Die Zubereitung ist nicht wirklich kompliziert. Vor allem im Sommer ist das kalte Gebräu eine willkommene Abwechslung zum sonst so warmen Kaffee. 

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